Der Immobilienmarkt Vorarlberg - Ausgabe 14
3 die smarten makler IMMOMARKT — Zeitschrift des Hauses immoteam7 — Ausgabe: 14/2020 — Auflage: 71.500 Stück Herausgeber: Immoteam7 ITS GmbH — Mozartstraße 1, 6850 Dornbirn Redaktion: Christoph Geringer, Immobilienberater, Gesellschafter Fotos: Immoteam7 ITS GmbH , Miviso GmbH, KIING ATHLETIC GmbH, Photography Bettina Gmeiner-Winder, EFFERL Wolfgang, wohn.wert Immobilien GmbH, iPunkt Immbobilien, © AdobeStock: pathdoc, vegefox, Kzenon, Zerbor, oxinoxi, orijinal_x Gestaltung: buchergrafik — Druck: sachesieben GmbH IMPRESSUM IMMOWISSEN Wie können sich künftige Generationen Eigentum leisten? „Früher baute man sich als Handwerker selbst ein Haus. Heute geht das nicht mehr.“ Diese oder ähnliche Formulierun- gen höre ich häufig. Woran liegt es, dass der Traum von „schaffa, schaffa Hüsle baua“ ausgeträumt scheint? In den letzten Jahren sind die Immobilienpreise in Vorarlberg massiv gestiegen. Die Zuwächse lagen weit über dem Niveau der Gehälter. Auch im internationalen Vergleich sind die Immo- bilienpreise hoch. Dieser Tatsache könn- te man entgegnen, dass das Zinsniveau auf einem historischen Tief liegt. 1988 lag der Bauzins bei zirka 7,25 Prozent, heute sind es zirka 1,5 Prozent. Somit liegt der Zins unter der durchschnitt- lichen Inflationsrate der letzten Jahre. Hohe Eigenmittel und Nebenkosten Man könnte demzufolge annehmen, dass einem Immobilienkauf nichts im Wege steht. Was allerdings Kaufwillige vor eine große Herausforderung stellt, sind die mit dem Kaufpreis gestiegenen Eigenmittel und Nebenkosten. Denn mit dem Kreditzins sank auch der Sparzins. Früher bildete der von Oma angelegte Bausparvertrag, der sich durch Zinses- zinsen mehrte, ein gesundes Polster für den Immobilienkauf. Heute ist es nicht mehr möglich, auf diese Weise Eigenmittel anzusparen. Finanzspritzen, Bürg- oder Erbschaften der Elterngeneration helfen den Ge- winnern der Geburtslotterie. Dem Gros der jungen Generation fällt es derweilen schwer, Eigenkapital zurückzulegen. Rückbesinnung auf alte Werte? „Wir haben uns finanziell jahrelang extrem eingeschränkt“, berichten ältere Generationen. Denn auch in den 60er und 70er Jahren war es nicht einfach, die monatliche Kreditrate zu stemmen. Der Bau eines Einfamilienhauses war mit vielen Entbehrungen und Eigenleistung verbunden. Konsumverhalten überdenken Heute sind die Ansprüche sehr hoch. Nicht nur der Wohnstandard ist auf einem ganz anderen Niveau, auch der Platz- verbrauch ist gestiegen. Wer dann noch Statussymbolen wie dem neuesten Mobiltelefon, einem großen Auto und edlen Urlauben, die auf sozialen Netz- werken bildgewaltig inszeniert werden, verfallen ist, der wird sich schwertun, Vermögen aufzubauen. „Wenn wir uns in einer von Konsum angetriebenen Gesellschaft nicht vom Eigentumsgedanken verabschieden wollen, sollten wir uns auf alte Werte rückbesinnen.“ Kurt Kennerknecht, Immoteam7
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